XRechnung prüfen und validieren

Eine XRechnung prüfen heißt, die XML-Datei gegen die Regeln der EN 16931 und der XRechnung-Spezifikation laufen zu lassen: Sind alle Pflichtfelder belegt, gehen die Rechenwege auf, sind die Codes gültig? Dieses Werkzeug führt dafür den amtlichen Regelsatz der KoSIT aus (XRechnung 3.0.2, Release v2026-01-31) - denselben, auf dem die Prüfwerkzeuge der öffentlichen Verwaltung aufsetzen - und zwar vollständig in Ihrem Browser.

Warum die Prüfung zählt

Eine Datei, die wegen Formatfehlern die Anforderungen an das strukturierte Format nicht erfüllt, ist umsatzsteuerlich keine E-Rechnung, sondern eine „sonstige Rechnung" - so das Bundesfinanzministerium. Und die Rechnungseingangsplattformen der Verwaltung weisen zurück, was den Regelsatz nicht besteht. Der Befund entscheidet also nicht über Schönheit, sondern darüber, ob eine Rechnung als solche gilt und angenommen wird.

Wie wird eine XRechnung geprüft?

Die Prüfung läuft in zwei Durchgängen. Zuerst die EN 16931, die europäischen Kernregeln, die für jede E-Rechnung in Europa gelten. Danach die XRechnung-Regeln, die Deutschland darüber hinaus verlangt - etwa die Leitweg-ID oder vollständige Kontaktangaben des Verkäufers.

Welche Stufen laufen, hängt von der Rechnung ab. Nennt sie sich im Feld BT-24 als XRechnung, werden beide angewandt. Handelt es sich um eine reine EN-16931- oder Peppol-Rechnung aus einem anderen Land, wird nur der europäische Kern geprüft - eine französische Rechnung an deutschen Sonderregeln zu messen, ergäbe Fehler, die sie nie erfüllen sollte.

Was wird geprüft?

  • Vollständigkeit - ist jedes Pflichtfeld belegt? Fehlt etwa die Leitweg-ID, meldet die Prüfung BR-DE-15.
  • Rechenwege - ergeben die Positionen die ausgewiesene Summe, passt die Steuer zum Nettobetrag, stimmt der Zahlbetrag? Hier greifen die Regeln der Gruppe BR-CO.
  • Codelisten - sind Währung, Land, Einheit und Steuerkategorie gültige Codes? Das prüfen die BR-CL-Regeln.

Je nach Rechnung laufen dabei zwischen etwa 60 und mehreren hundert Einzelregeln. Der Regelsatz ist die veröffentlichte Validator-Konfiguration der KoSIT (Release v2026-01-31), unverändert und vollständig; nichts daran ist nachgebaut oder gekürzt. Der Viewer selbst wird gegen die 86 Rechnungsinstanzen der amtlichen XRechnung-Testsuite geprüft, damit jede Instanz, die die KoSIT veröffentlicht, hier gelesen, geprüft und exportiert werden kann.

Fehler, Warnungen, Hinweise

Nicht jeder Befund ist gleich schwer. Der Regelsatz unterscheidet drei Stufen, und die Anzeige übernimmt sie: Fehler bedeuten, dass die Rechnung der Norm nicht entspricht und mit einer Zurückweisung zu rechnen ist. Warnungen und Hinweise sind Auffälligkeiten, die eine Annahme in aller Regel nicht verhindern.

Fehler blockieren hier nichts. Sie können die Rechnung weiterhin ansehen, als PDF speichern und als CSV exportieren - eine fehlerhafte Rechnung, die man nicht öffnen kann, hilft niemandem beim Verstehen des Fehlers.

Der Fehler wird dort gezeigt, wo er sitzt

Eine Liste von Regelkürzeln allein nützt wenig. Deshalb werden Fehler zusätzlich im Beleg selbst markiert: eine fehlende Leitweg-ID erscheint als umrandete Zeile im Kopf, eine nicht aufgehende Summe bekommt den Vermerk Abweichung zu BT-106 direkt neben dem Betrag, den sie betrifft, und eine unstimmige Position wird in der Tabelle eingefärbt. Der vollständige Prüfbericht lässt sich zusätzlich als eigenes PDF speichern.

Ohne Upload

Üblicherweise schickt man eine Rechnung zum Prüfen an einen Server. Hier ist es umgekehrt: der Regelsatz kommt zur Rechnung. Die Prüfregeln werden in Ihren Browser geladen und dort ausgeführt, sodass die Rechnung Ihr Gerät nicht verlässt. Für Belege mit Bankverbindungen und Preisen ist das der Unterschied zwischen „vermutlich unproblematisch" und „hat den Rechner nie verlassen".

Selbst ausprobieren

Unter Beispieldateien finden Sie unter anderem eine absichtlich fehlerhafte XRechnung mit vier eingebauten Verstößen - nützlich, um die Fehleranzeige kennenzulernen oder eigene Prüfroutinen zu testen.

Quellen